Zillertaler Bergführer
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Georg Samer – „Stuaklauber Josele“

1823 – 1912
Erschließer der Zillertaler Alpen und Mineralieninhaber

Schon als Jugendlicher entdeckte Georg Samer im Floitental seine ersten Amethyste. Neugierig kletterte er in eine Höhle und füllte Taschen und „Lecktasche“ mit glitzernden Kristallen. Auf dem Heimweg traf er einen Fremden, der ihm weit mehr für die Mineralien bot, als sein Hüterlohn ausmachte – ein frühes Zeichen für Samers Talent und Geschäftssinn.

Seine Leidenschaft für Mineralien wuchs. Granate, Amethyste und Bergkristalle ließen ihn seine Hüterpflichten manchmal vergessen, sehr zum Ärger der Melker. Samer tauschte sein Wissen und wertvolle Funde mit anderen Strahlern, hütete aber seine Fundstellen wie ein Geheimnis. Durch Begegnungen mit renommierten Geologen wie Adolf Pichler und Prof. Dr. Friedrich Becke erlangte er rasch einen ausgezeichneten Ruf als fachkundiger Praktiker, der auch international geschätzt wurde.

Samer war nicht nur Mineraloge, sondern auch ein herausragender Alpinist. Ohne je einen offiziellen Bergführerbrief zu beantragen, erschloss er über fünf Jahrzehnte viele Gipfel der Zillertaler Alpen. Für bekannte Bergsteiger seiner Zeit, wie Paul Grohmann oder die Engländer Hudson, Taylor und Pendlebury, galt: „Wo der Josele nimmer hikimmt, kimmt kuar hi!“

Zu seinen Erstbesteigungen zählen u. a.:


Privat erlebte Samer auch Rückschläge. Er verlor seine Ersparnisse, als ein Freund, dem er Geld geliehen hatte, Konkurs anmeldete. Dank der Unterstützung seines Freundes Prof. Dr. Becke wurde ihm in späteren Jahren geholfen, sodass er seine letzten Jahre ohne Sorgen verbringen konnte.

Georg Samer, der „Stuaklauber“, bleibt eine prägende Figur der Zillertaler Alpingeschichte – leidenschaftlich, wissbegierig und unerschrocken in Berg und Tal.

#365 Tage Freude am Berg