Johann „Honis“ Hörhager 1853–1931
Lippenaste, Zillertaler Bergführer, Alpinist, Wegebauer und Hüttenwirt
Johann „Honis“ Hörhager war einer der bedeutendsten Bergführer des Zillertals. Er unterhielt Kontakte zu Größen wie Zsigmondy, Purtscheller und Fritz Drasch. Zu seinen wichtigsten Leistungen zählen die Erstbegehung der Hochfeiler Eiswand 1887 mit Dr. Franz Dyk und die 42-stündige Überschreitung des Tuxer Hauptkammes 1893 mit den Brüdern Wagner. Hörhager besaß die Dominikushütte und war zuletzt Mesner in Ginzling.

Alpinist und Bergführer
Hörhager strebte stets die größten alpinen Herausforderungen an und führte seine Gäste sicher durch anspruchsvollste Routen. Über 30 Erstbegehungen im Zillertal und der Venedigergruppe zeugen von seinem Können, seiner Kondition und seinem Feingefühl für die Bergsteiger, die ihm vertrauten. Bedeutende Erstbegehungen: Hochfeiler Nordwand (1887), Turnerkamp Ostgrat (1891), Schrammacher Nordostgrat (1892), Großer Möseler Mitterfelsgrat (1898).
1893
Die bemerkenswerteste Leistung von Johann Hörhager war allerdings: Die Überschreitung des gesamten Tuxer Kammes vom Pfitscher Joch über 14 Gipfel nach Mayrhofen in 42 Stunden, seine Gäste waren die Brüder Wagner.
Wegebauer
Hörhager erkannte früh die touristische Bedeutung des Alpinismus und trug wesentlich zum Ausbau der Wege im Zillertal bei. Durch kunstvolle Steinplattenwege und Eisenbügel an Schlüsselstellen erleichterte er die Gipfelbesteigungen – ein Werk, das bis heute Bestand hat.
Hüttenwirt
1883 entstand die Dominikushütte im Pfitschertal. 1890 kaufte Hörhager die Hütte und führte sie trotz persönlicher Tragödien, darunter der Verlust von Familie und Sohn im Ersten Weltkrieg. Nach einem Brand 1918 und finanziellen Verlusten zog er sich ins Privatleben zurück und wirkte als Mesner in Ginzling.
Hörhager wurde 1890 für seine Leistungen von der Alpenvereinsgesellschaft Altenberger ausgezeichnet. Er starb am 4. November 1931 und wurde auf dem Bergsteigerfriedhof in Ginzling beigesetzt. Sein Vermächtnis lebt in der Dominikushütte und den Bergwegen des Zillertals weiter.